Einführung
Kennst du das? Du gibst ein Angebot ab, gewinnst den Auftrag – und merkst erst auf der Baustelle, dass die Marge schmilzt. Das lässt sich vermeiden. Mit einer sauberen Angebotskalkulation Bau strukturierst du Leistungen, Kosten und Risiken so, dass am Ende Geld übrig bleibt. In diesem Guide zeige ich dir, wie du Schritt für Schritt kalkulierst, typische Fallen umgehst und dein Angebot professionell präsentierst. Ohne Zahlenakrobatik, aber mit klaren Methoden, Beispielrechnungen und Tools, die dir täglich 2–3 Stunden sparen können.
Quick Answer: Eine solide Angebotskalkulation Bau folgt sieben Schritten: Leistungsumfang erfassen, Eigen- und Fremdleistungen trennen, Stunden kalkulieren, Material mit Aufschlag planen, Geräte und Nebenkosten einpreisen, Risiko und Gewinn festlegen, Angebot prüfen und digital unterschreiben lassen. So sicherst du Marge und sparst Zeit.
Inhaltsverzeichnis
Key Takeaways
- Plane 10–20 Prozent Zeitpuffer bei unklaren Bestandsbedingungen; das verhindert Nacharbeit und Ärger.
- Rechne Rüst-, Fahr- und Entsorgungszeiten explizit (z. B. 0,5–1,0 h pro Position) – nicht „irgendwo mit drin“.
- Nutze Zielmarge statt pauschalem Aufschlag; das reduziert Nachlässe, ohne deine Marge zu killen.
- Prüfe Angebote mit „Was-wäre-wenn“: +8 Prozent Material, –10 Prozent Produktivität, 1 zusätzlicher Fahrtag.
- Digitale Angebote mit E‑Signatur verkürzen die Zusagezeit oft um 1–3 Tage und halbieren Rückfragen.
Warum Angebotskalkulation Bau oft scheitert
Viele Angebote kippen, weil die Basis wackelt: unklare Leistungsbeschreibungen, unterschätzte Nebenzeiten, Materialpreise ohne Sicherung und Rabatte aus dem Bauch. Ergebnis: Du gibst 3–5 Prozent Preis nach, verlierst aber 30–50 Prozent der Marge.
- Problem: „Pauschal“ statt sauberer Positionen.
- Lösung: Leistungsbeschreibung mit messbaren Einheiten (m, m², Stück), Ausschlüsse und Annahmen kenntlich machen.
- Beispiel: Statt „Bad sanieren“ lieber „Wandfliesen 25 m², Format 30 × 60, Verlegung im Dünnbett, inkl. Fugen, ohne Silikonarbeiten“.
- Outcome: Weniger Rückfragen, weniger Nachträge gegen dich, klarer Vergleich.
Schritt 1: Leistungsumfang sauber erfassen
Erfassung vor Ort
- Fotos, Maße, Materialwünsche, Zugänglichkeit, Anfahrtswege. 30–60 Minuten sauber investieren spart später Stunden.
- Dokumentiere Annahmen schriftlich: „Untergrund tragfähig“, „Leerrohre vorhanden“, „Entsorgung bauseits“.
- Mit Donizo nutzt du „Voice to Proposal“, um per Sprache, Text und Fotos den Leistungsumfang zu erfassen. Das System baut daraus in Minuten ein strukturiertes Angebot.
Beispiel
- Bestand: Altbau, Fliesenspiegel 25 m², Estrich teils lose. Annahme: 10 Prozent Mehrzeit für Untergrundvorbereitung (ca. +4 Stunden). Das ist transparent – und kalkulierbar.
Schritt 2: Eigen- und Fremdleistungen trennen
Warum trennen?
- Eigene Leistungen steuerst du über Stunden und Produktivität.
- Fremdleistungen (z. B. Statik, Spezialabdichtung) brauchen gesonderte Angebote und Aufschläge für Koordination.
Praxis
- Hole 2 Vergleichsangebote ein, gleiche Leistungsumfang und Fristen ab (Gültigkeit z. B. 14 Tage), plane Koordinationsaufwand 1–3 Stunden je Nachunternehmer.
Outcome
- Du vermeidest „Durchlaufposten ohne Marge“ und hast eine klare Handkette.
Schritt 3: Stunden und Lohnkosten kalkulieren
Produktivität realistisch ansetzen
- Richtwert aus der Praxis: Plane Basisleistung plus Rüst- und Wegzeiten. Beispiel Badezimmer: 2 Fachkräfte, 5 Arbeitstage, 8 Stunden pro Tag = 80 Stunden Gesamt.
- Zusatzaufwände: Anfahrt (0,5 h/Tag), Materialaufnahme (1 h), Entsorgung (1–2 h) – das summiert sich schnell auf 6–10 Stunden.
Interner Lohnsatz
- Enthält Bruttolohn, Lohnnebenkosten, Werkzeuge, Verwaltung. In der Praxis liegen Mischsätze je nach Region und Gewerk oft im Bereich von 40–65 Euro pro Stunde.
Mini-Rechnung
- 80 Stunden × 52 Euro = 4.160 Euro Lohnkosten.
- Nebenzeiten 8 Stunden × 52 Euro = 416 Euro.
- Zwischensumme Lohn: 4.576 Euro.
Schritt 4: Materialkosten mit Aufschlag planen
Einkauf, Aufschlag, Marge – was ist was?
- Einkaufspreis plus Aufschlag ist der Verkaufspreis. Die „Marge“ ist der Anteil vom Verkaufspreis, der bei dir bleibt.
| Begriff | Beispiel | Ergebnis |
|---|
| Einkauf 1.000 Euro, Aufschlag 25 Prozent | VK = 1.250 Euro | Marge = 250 Euro = 20 Prozent |
| Zielmarge 20 Prozent | VK = 1.000 / (1 − 0,20) = 1.250 Euro | Aufschlag effektiv 25 Prozent |
Preisschwankungen absichern
- Schreibe Gültigkeit ins Angebot (z. B. 14 oder 30 Tage), nenne Marken/Qualitäten, und setze Alternativen.
- Plane 5–10 Prozent Materialpuffer bei unsicherer Verfügbarkeit – oder formuliere eine Anpassungsklausel.
Beispiel Materialblock
- Fliesen, Kleber, Abdichtung, Profile: Einkauf 4.800 Euro. Zielmarge 20 Prozent ⇒ VK 6.000 Euro. Puffer 5 Prozent ⇒ 300 Euro als „Unvorhergesehenes Material“ getrennt ausweisen.
Schritt 5: Geräte, Fahrt und Sonstiges
Geräte
- Kalkuliere Tages- oder Stundensätze: Mischer, Laser, Bohrhammer, Gerüst. Beispiel: 5 Tage Klein-Gerätepauschale 25 Euro/Tag = 125 Euro.
Fahrtkosten
- Ansatz transparent: 0,70–1,00 Euro/km oder Zeitansatz 0,5–1,0 Stunden pro Tag. Beispiel: 20 km einfach, 5 Tage ⇒ 200 km × 0,80 Euro = 160 Euro.
Entsorgung und Gebühren
- Container, Deponie, Parken, Genehmigungen. Beispiel: Bauschutt 1,5 t pauschal 180–260 Euro je nach Region – als eigene Position ausweisen.
Schritt 6: Risiko, Wagnis und Gewinn
Puffer gezielt statt pauschal
- Trenne „Unvorhergesehenes“ (technisches Risiko) von „Gewinn“ (Unternehmerlohn). In der Praxis arbeiten viele mit 3–8 Prozent Risiko und 8–15 Prozent Gewinn – abhängig von Komplexität, Auslastung, Zahlungsziel.
Beispiel WAG-Gewinn
- Kosten gesamt (Lohn 4.576 + Material VK 6.000 + Geräte 125 + Fahrt 160 + Entsorgung 220) = 11.081 Euro.
- Risiko 5 Prozent = 554 Euro, Gewinn 12 Prozent = 1.330 Euro.
- Angebotssumme ≈ 12.965 Euro.
Donizo Praxis-Check
- In Donizo Autopilot hilft dir der Margin Estimator, Zielmargen auf Positionen und Gesamtsumme zu prüfen. Simuliere „+8 Prozent Material“ oder „–10 Prozent Produktivität“ und sieh sofort die Auswirkung auf die Marge.
Schritt 7: Angebot prüfen und digital signieren
Prüfen
- Checkliste: Leistungsbeschreibung vollständig? Annahmen, Ausschlüsse, Fristen, Zahlungsplan, Gewährleistung, Preisbindung. Rechtschreibung und Einheiten kontrollieren.
Präsentation
- Varianten „Gut – Besser – Am besten“ erhöhen die Zuschlagschance ohne Preisdruck.
- Sende ein klar strukturiertes PDF mit Branding, Deckblatt, Leistungspositionen, AGB/Annahmen, Unterschriftsfeld.
Digital abschließen
-
Mit Donizo erstellst du das Angebot per „Voice to Proposal“, versendest es als gebrandetes PDF und lässt es per E‑Signature rechtsverbindlich annehmen. Nach Zuschlag wandelst du es mit einem Klick in eine Rechnung um und verfolgst Zahlungen. Die meisten Teams sparen damit 2–3 Stunden pro Woche und verkürzen die Zusagezeit um 1–3 Tage.
-
Hinweis für interne Verlinkung: Hier passt ein Artikel zu [mehr über Rechnungsmanagement] und [Angebote schneller versenden].
FAQ
Wie berechne ich die Marge im Bauangebot?
Die Marge ist (Verkaufspreis minus Kosten) geteilt durch Verkaufspreis. Beispiel: Kosten 10.000 Euro, Zielmarge 15 Prozent ⇒ Verkaufspreis = 10.000 / 0,85 = 11.764,70 Euro. Arbeite mit Zielmarge statt pauschalem Aufschlag, damit Rabatte nicht deine Marge zerfressen. Tools wie Donizos Margin Estimator beschleunigen die Prüfung.
Was ist der Unterschied zwischen Aufschlag und Marge?
Aufschlag bezieht sich auf den Einkaufspreis, Marge auf den Verkaufspreis. 25 Prozent Aufschlag auf 1.000 Euro ergibt 1.250 Euro Verkaufspreis; die Marge beträgt dann 20 Prozent. Für die Angebotskalkulation Bau ist die Zielmarge meist die bessere Steuergröße, weil sie direkt zeigt, was bei dir hängen bleibt.
Wieviel Puffer sollte ich einplanen?
Das hängt von Gewerk, Bestand und Termindruck ab. Üblich sind technische Risiken von 3–8 Prozent auf die Kosten. Zusätzlich helfen Zeitpuffer: 10–20 Prozent bei unsicheren Untergründen oder engen Räumen. Alternativ kannst du Risiken als separat bepreiste Positionen ausweisen, etwa „Untergrundsanierung nach Aufmaß“.
Wie sichere ich Materialpreise bis zur Ausführung?
Lege Marken/Qualitäten fest, begrenze die Preisbindung (z. B. 30 Tage), notiere Lieferzeiten und setze Alternativen. Vereinbare mit Lieferanten eine schriftliche Preisgültigkeit und gib das transparent ins Angebot. Plane optional 5–10 Prozent Puffer oder nutze Anpassungsklauseln bei länger laufenden Projekten.
Wie digitalisiere ich die Angebotskalkulation?
Erfasse Leistungen mit Sprache, Text und Fotos, generiere ein strukturiertes Angebot und lass es digital unterschreiben. Mit Donizo erstellst du Angebote, sendest gebrandete PDFs, erhältst E‑Signaturen und wandelst akzeptierte Angebote mit einem Klick in Rechnungen um. In Autopilot prüfst du Margen und nutzt erweiterte Vorlagen.
Fazit
Wenn du Leistungsumfang, Stunden, Material, Nebenkosten, Risiko und Gewinn konsequent trennst, werden deine Angebote belastbar – und deine Marge bleibt stehen. Arbeite mit Zielmargen, plane 10–20 Prozent Zeitpuffer bei Unklarheiten und sichere Materialpreise mit klaren Fristen. Donizo hilft dir, Angebote in Minuten aufzubauen, als gebrandetes PDF zu senden, digital zu unterschreiben und sofort in Rechnungen zu überführen. Starte kostenlos im Discover-Plan oder prüfe Autopilot für Margin Estimator und erweiterte Vorlagen – und gewinne die nächsten Aufträge mit Plan statt Bauchgefühl.