Intro
Viele Chefs fragen sich: Eigene Handwerker angestellt oder weiter Subunternehmer? Mit eigenen Leuten steuerst du Qualität und Termine besser. Aber du trägst Fixkosten, Pflichten und Risiko. In diesem Leitfaden zeige ich dir, wann „eigene Handwerker angestellt“ Sinn macht, wie du die Kosten sauber rechnest und wie die Umsetzung in 9 einfachen Schritten klappt. Wir sprechen über Auslastung, Lohnnebenkosten, Probezeit, Sicherheit, Planung und Verkauf. Alles in klarer Sprache. Mit Beispielen von der Baustelle. So triffst du heute eine sichere Entscheidung.
Schnelle Antwort
Eigene Handwerker angestellt lohnen sich, wenn du 75–85% Auslastung sicher erreichst, saubere Kalkulation hast und stabile Aufträge vorliegen. Rechne Vollkosten pro Stunde, plane 3–6 Monate Anlauf, sichere Arbeitsschutz und Prozesse. Passt das, gewinnst du Qualität, Tempo und Marge. Passt es nicht, bleib flexibel mit Subunternehmern.
Inhaltsverzeichnis
Wichtigste Punkte
- Rechne Vollkosten: Bruttolohn + 20–30% Nebenkosten + Ausrüstung + Gemeinkosten.
- Plane 75–85% abrechenbare Stunden. Darunter frisst Fixkosten deine Marge.
- Setze 3–6 Monate Ramp-up an: Recruiting, Einarbeitung, Prozesse.
- Standardisiere: Checklisten, Werkzeugsets, Materiallisten, Foto-Doku.
- Sichere Pipeline: 4–8 Wochen Aufträge vor Start terminieren.
Was bedeutet: Eigene Handwerker angestellt?
Eigene Handwerker angestellt heißt: Festanstellungen statt nur Subunternehmer. Du führst Team, zahlst Lohn, stellst Werkzeug, planst Urlaub, schulst Sicherheit.
Warum das Sinn macht: Du sicherst Qualität, hältst Termine, baust Know-how auf. Auf den meisten Jobs läuft es ruhiger, wenn Team und Ablauf eingespielt sind. Nachteil: Fixkosten jeden Monat. Fällt Arbeit aus, zahlst du trotzdem. Darum ist Auslastung König.
Typische Setups:
- 1 Kolonne (2–3 Leute) für Bäder, Maler, Trockenbau.
- 1 Monteur + 1 Helfer im SHK- oder Elektro-Service.
- 3–5 Allrounder im Kleinreparatur-Geschäft.
Viele rechnen nur den Lohn. Das ist der häufigste Fehler. So geht’s richtig.
- Bruttolohn pro Monat: Beispiel 3.000 €.
- Lohnnebenkosten: In der Praxis oft 20–30% (Sozialabgaben, Urlaub, Kranktage). Beispiel 25% = 750 €.
- Ausrüstung pro Monat: Werkzeug, PSA, Fahrzeug, Handy. Beispiel 350 €.
- Gemeinkosten-Anteil: Büro, Software, Lager. Beispiel 300 €.
Vollkosten/Monat: 3.000 + 750 + 350 + 300 = 4.400 €.
Abrechenbare Stunden/Monat: 168 Sollstunden bei 40 h/Woche. Real nutzbar oft 75–85% durch Fahrt, Lager, Besprechungen. Beispiel 80% → 134 h.
Vollkosten pro Stunde: 4.400 € / 134 h ≈ 32,84 €.
Dein Verkaufspreis braucht Aufschlag für Gewinn und Risiko. Beispiel 32,84 € + 30% = 42,69 €. Runde auf 43–45 € pro Stunde. Für Meistertätigkeiten und Spezialarbeiten entsprechend höher.
Merke:
- Unter 70% Auslastung kippt die Rechnung schnell.
- Plane 5–10 Krankheitstage pro Jahr pro Person.
- Kalkuliere 2–4% Werkzeugverlust oder Ersatz.
Eigene Handwerker angestellt: So gehst du vor
Dieser Ablauf spart dir Wochen. Einfach Schritt für Schritt.
- Bedarf prüfen (1–2 Tage)
- Liste 3 Monate Aufträge. Zähle Stunden je Gewerk. Zieh 15% Puffer ab. Reicht es für 75–85% Auslastung? Wenn ja, weiter.
- Rolle und Lohnband definieren (1 Tag)
- Beispiel: Vorarbeiter 3.400–3.800 €, Geselle 2.900–3.200 €, Helfer 2.300–2.600 €.
- Vollkosten und Verkaufspreis festlegen (0,5 Tag)
- Nutze die Formel oben. Lege Stundensätze und Pauschalen fest.
- Rekrutieren (2–4 Wochen)
- Nutze Empfehlungen vom Team. Schalte lokale Anzeigen. Probetag auf echter Baustelle.
- Vertrag und Probezeit (0,5 Tag)
- In Deutschland üblich: Probezeit bis 6 Monate. Kündigungsfristen im Vertrag klar regeln. Dies ist keine Rechtsberatung.
- Onboarding (3–5 Tage)
- PSA ausgeben, Werkzeugset (10–12 Teile) übergeben, Fahrzeug-Check, Sicherheitsunterweisung, Foto-Doku-Standard, App-Login.
- Prozesse standardisieren (1 Woche)
- Checklisten für Aufmaß, Material, Abnahme. Terminfenster von 2–4 Stunden. Tägliche Kurzbesprechung (10 Minuten).
- Qualität sichern (laufend)
- 5-Foto-Regel: Vorher, Unterkonstruktion, Leitungen, Abschluss, Gesamt. Nacharbeit innerhalb 48 Stunden.
- Auslastung steuern (wöchentlich)
- 2 Wochen voraus planen. Lücken mit Kleinaufträgen füllen. Nachträge aktiv ansprechen.
Mit diesem Plan setzt du „eigene Handwerker angestellt“ in 3–6 Wochen sauber auf.
Recht, Arbeitsschutz und Sicherheit
Du trägst Verantwortung. Ohne Drama, aber klar geregelt.
- Arbeitszeit: Plane 38–40 Stunden/Woche. Dokumentiere Zeiten sauber.
- Urlaub: 24–30 Tage je nach Vertrag/Tarif. Urlaubsplan früh im Jahr.
- BG BAU und DGUV: Melden, Beiträge zahlen, Unterweisungen jährlich. PSA regelmäßig prüfen.
- Fahrzeuge und Leitern: UVV-Prüfung alle 12 Monate. Protokolle ablegen.
- Gefahrstoffe: Sicherheitsdatenblätter im Fahrzeug. Handschuhe, Brille, Maske bereit.
Tipp: Ein A4-Ordner je Kolonne mit Checklisten und Nachweisen spart dir Ärger bei Kontrollen.
Ablauf auf der Baustelle: Planung und Material
Mit eigenen Leuten gewinnst du Tempo, wenn der Ablauf sitzt.
- Wochenplan am Freitag: 5 Tage, 3–5 Jobs, klare Ziele pro Tag.
- Material 24–48 Stunden vorher kommissionieren. Fehlteile kosten 1–2 Stunden pro Tag.
- Standard-Werkzeugkoffer: 10–12 Teile, einheitlich für alle Teams.
- Abnahme-Checkliste: 12 Punkte. Kunde unterschreibt. Nacharbeit max. 48 Stunden.
- Doku: 5–8 Fotos pro Job, 2 Sätze Notizen, Arbeitszettel digital.
Wenn du auch deine Projektplanung schlanker machen willst, hilft dir unser Leitfaden zu „Projekt-Timeline planen ohne Leerlauf“ weiter.
Auslastung sichern: Vertrieb und Angebote
Eigene Handwerker angestellt brauchen eine volle Pipeline. Ohne Aufträge keine Marge.
- Termine: 4–8 Wochen im Voraus füllen. 20% Slot für Notfälle lassen.
- Angebote schnell raus: Idealfall innerhalb 24 Stunden nach Aufmaß.
- Nachträge aktiv: Änderungen schriftlich bestätigen, bevor weitergearbeitet wird. Unser Beitrag „Nachträge richtig managen“ vertieft das.
- Wiederkehrende Kunden: Wartungen, Inspektionen, Kleinreparaturen in ruhigen Zeiten.
Praktisch: Mit Lösungen wie Donizo erfasst du per Sprache Fotos und Details vor Ort (Voice to Proposal) und schickst in Minuten ein sauberes, gebrandetes PDF-Angebot. Akzeptiert der Kunde digital (E‑Signatur), wandelst du mit einem Klick in die Rechnung um. So sparst du pro Auftrag 1–2 Stunden und hältst die Auslastung stabil.
Häufige Fragen
Ab wann lohnt es sich, eigene Handwerker anzustellen?
Wenn du realistisch 75–85% Auslastung sicherstellen kannst, klare Prozesse hast und deine Vollkosten pro Stunde kennst. Typisch ist ein Teamstart mit 2–3 Leuten und 4–8 Wochen vorgeplanten Aufträgen.
Was kostet ein angestellter Handwerker pro Stunde wirklich?
Rechne Bruttolohn plus 20–30% Nebenkosten, plus Ausrüstung und Gemeinkosten. Teile durch abrechenbare Stunden (oft 75–85% von 168 h). Daraus ergibt sich häufig ein Vollkostensatz zwischen etwa 30 und 45 € pro Stunde, je nach Gewerk und Region.
Festanstellung oder Subunternehmer – was ist besser?
Bei wiederkehrenden Standardarbeiten und Service lohnt Festanstellung oft. Für Spitzen, Spezialarbeiten oder entfernte Baustellen sind Subunternehmer flexibler. Viele Betriebe fahren gut mit einem Mix: 70–80% Stammteam, Rest flexibel.
Wie gehe ich mit Probezeit und Kündigung um?
In Deutschland ist eine Probezeit bis 6 Monate üblich, oft mit verkürzter Kündigungsfrist. Regle das klar im Vertrag und halte Fristen ein. Dies ist keine Rechtsberatung – im Zweifel Anwalt oder Innung fragen.
Wie schnell bekomme ich neue Leute produktiv?
Plane 3–5 Tage Onboarding und 2–3 Wochen, bis Qualität und Tempo passen. Nach 6–8 Wochen läuft die Kolonne meist stabil, wenn Material, Planung und Checklisten sitzen.
Fazit
Eigene Handwerker angestellt geben dir Kontrolle, Qualität und Tempo. Sie lohnen sich, wenn Auslastung, Vollkosten und Prozesse stimmen. Nimm dir jetzt 1 Stunde, rechne deine Vollkosten, prüfe Pipeline 8 Wochen voraus und starte mit 2–3 Leuten. Für schnellere Angebote und saubere Freigaben kannst du tools wie Donizo nutzen. So sicherst du Arbeit, Marge und ein starkes Team – dauerhaft.