Intro
Plumbing ist das Rückgrat vieler Bauprojekte. Ohne dichte Leitungen, korrektes Gefälle und saubere Übergaben gibt es Ärger. In diesem Leitfaden zeige ich dir, wie du Plumbing auf der Baustelle einfach planst, sauber montierst und sicher prüfst. Warum das wichtig ist? Es spart Nacharbeiten, schützt deinen Ruf und zahlt auf deinen Gewinn ein. Wie gehst du vor? Mit klarer Planung, passenden Materialien, einem festen Ablauf und sauberer Doku. So lieferst du verlässlich gute Arbeit – auch unter Zeitdruck.
Schnelle Antwort
Plumbing gelingt mit einem festen Ablauf: planen, vorbereiten, montieren, prüfen, dokumentieren. Halte Gefälle (1–2%), passende Rohrdimensionen (z. B. DN15/DN20), Pressen nach Hersteller, und eine Dichtheitsprüfung von 30–60 Minuten bei bis zu 10 bar ein. So reduzierst du Leckagen, Reklamationen und unnötige Fahrten.
Inhaltsverzeichnis
Wichtigste Punkte
- Fester Ablauf spart Zeit: planen, vorbereiten, montieren, prĂĽfen, dokumentieren.
- Gefälle 1–2% hält Abwasser frei. Das sind 10–20 mm pro Meter.
- Dichtheitsprüfung 30–60 Minuten, oft bis 10 bar – Herstellerangaben beachten.
- Warmwasser am Speicher meist ca. 55 °C einplanen; Legionellenrisiko im Blick behalten.
- Dokumentation mit Fotos, Messwerten und Unterschrift schĂĽtzt deine Marge.
Projektplanung fĂĽr Plumbing
Eine gute Planung macht 50% des Erfolgs. Ohne sie jagst du nur Baustellenbrände.
- Bestand aufnehmen: Wo laufen Leitungen? Gibt es alte Schäden? Mach 8–12 Fotos.
- Leitungsführung: Plane kurze Wege, wenige Bögen, klare Revisionspunkte.
- Dimensionierung: Trinkwasser oft DN15/DN20, Abwasser z. B. DN50/DN100. Prüfe Lastfälle.
- Schallschutz: Leitungen entkoppeln, Rohrschellen mit Gummi, keine spannungsreichen Fixpunkte.
- Normen im Blick: In Deutschland sind häufig DIN EN 806/DIN 1988 (Trinkwasser) und DIN 1986-100 (Abwasser) relevant. Prüfe stets die lokalen Vorgaben.
Tipp: Erstelle einen einfachen Raumplan mit Maßketten. Markiere Durchdringungen, Brandschutz, Revisionsöffnungen. So sparst du am Ende 1–2 Fahrten zurück zum Großhandel.
Wenn du auch deine Kalkulation verbessern willst, schau dir unsere Inhalte zu „professionellen Angeboten“ und „Nachkalkulation auf Basis von Ist-Zeiten“ an.
Material- und Werkzeugkunde im Plumbing-Alltag
Beim Plumbing zählt das passende Material. Falsche Kombinationen kosten richtig Zeit.
- Rohrsysteme: Verbundrohr, Kupfer, Edelstahl, PP/PE fĂĽr Abwasser. Bleib systemtreu.
- Press-Backen: A, B, TH, U – nur freigegebene Konturen nutzen. Prüfe das Typenschild.
- Dichtungen und Hanf/PTFE: Kalt-/Warmwasser unterscheiden, Temperaturbereich beachten.
- Dämmung: Mindestens 13 mm bei Warmwasser ist gängig. Vermeidet Wärmeverluste und Schall.
- Befestigung: Rohrschellen mit Gummi, Abstände ca. 1,0–1,5 m je nach Rohr.
Werkzeuge, die den Tag retten:
- Pressmaschine mit geladenem Akku (nimm 2 Akkus mit).
- Entgrater, Kalibrierer, Rohrschneider.
- Wasserwaage/Laserkreuz fĂĽr exakte Achsen.
- Manometer bis 10–16 bar für die Prüfung.
Montage: Wasser, Abwasser und Armaturen
Eine saubere Montage im Plumbing folgt immer denselben Schritten. Halte dich daran.
-
Anzeichnen und Bohren
- Achsen festlegen: z. B. WC 40 cm von Mitte zur Seitenwand, Waschtisch 85–90 cm OKF.
- Durchdringungen mit Kernbohrer setzen, Brandschutz später sauber schließen.
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Abwasser zuerst
- Gefälle: 1–2% pro Meter. Das sind 10–20 mm je 1 m Rohr.
- Bögen sparsam setzen, lieber 2×45° als 1×90°.
- Revisionsöffnungen an langen Strängen vorsehen.
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Trinkwasser verlegen
- Kurze Wege, keine Kreuzungen, Spannungen vermeiden.
- Verbundrohr kalibrieren, Kanten entgraten. Pressen nach Herstellerangabe.
- Leitungen entkoppeln, Dämmung lückenlos schließen.
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Pressen und Verschrauben
- Pressstellen sichtbar lassen fĂĽr die Kontrolle.
- Gewindeverbindungen mit Hanf/PTFE sauber setzen. Nicht ĂĽberdrehen.
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Armaturen montieren
- Eckventile, Auslässe, Vorwandelemente ausrichten.
- Dichtungen prĂĽfen, Drehmomente beachten.
-
SpĂĽlen
- Vor dem Test 2–3 Minuten je Strang spülen. So fliegen Späne und Dreck raus.
Praxisbeispiel: In einem Bad mit 6 Entnahmestellen sparst du oft 30–45 Minuten, wenn du alle Pressungen pro Strang am Stück setzt und erst am Ende dämmst. Weniger Werkzeugwechsel, weniger Wege.
Dichtheitstest und Inbetriebnahme
Ohne Prüfung kein fertiges Plumbing. Das schützt dich bei späteren Schäden.
- KaltprĂĽfung: Anlage fĂĽllen, entlĂĽften, SichtprĂĽfung. Manometer dran, Druck aufbauen.
- Prüfdrücke: Häufig bis 10 bar oder 1,5× Betriebsdruck. Beachte Hersteller und lokale Vorgaben.
- Dauer: 30–60 Minuten halten. Druckverlauf dokumentieren (Start/Ende, Temperatur, Uhrzeit).
- Abwasserprüfung: Sichtprüfung, Fülltest oder Lufttest nach Vorgabe. Gefälle prüfen.
- Warmwasser: Am Speicher meist ca. 55 °C einplanen. Stagnation vermeiden (Zirkulation/Linienführung).
Dokumentation
- Fotos von Manometer, Pressungen, Revisionspunkten.
- Kurzprotokoll mit Datum, Baustelle, Druck, Dauer, Unterschrift.
Mit einer sauberen Doku reduzierst du Diskussionen deutlich. Viele Betriebe berichten, dass klare Prüfprotokolle spätere Reklamationen um die Hälfte senken können.
Typische Fehler im Plumbing vermeiden
Hier sparst du dir Ärger, Geld und Zeit.
- Kein oder falsches Gefälle: 1–2% einhalten. Sonst verstopft es schneller.
- Presskonturen mischen: Niemals. Bleib beim System. Sonst undicht.
- Unentgratete Rohre: O-Ringe schneiden ein. Immer kalibrieren und entgraten.
- Fehlende Dämmung: Wärmeverlust, Kondensat, Schall. Direkt nachrüsten.
- Unklare Doku: Ohne Fotos/Protokoll stehst du später schwach da.
Setze dir Checklisten. Ein 8-Punkte-Check vor Verkleidung spart oft 1–2 Einsätze zur Nachbesserung.
Wenn dich auch „Änderungsaufträge sauber managen“ interessiert, lies unseren Beitrag zu „Change Orders richtig dokumentieren“. Das passt perfekt zu deinen Plumbing-Projekten.
Angebot, Abnahme und Nachkalkulation
Klarheit in Text und Preis verhindert Streit.
- Angebot: Positionen trennen (Material, Stunden, Prüfungen, Dämmung). Fotos helfen beim Verständnis.
- Abnahme: Gemeinsamer Rundgang, Protokoll, Funktionsprobe, Zählerstände, Fotos.
- Nachkalkulation: Ist-Zeiten, Materialverbrauch, Rückblick auf Engpässe. So lernst du fürs nächste Mal.
Praktischer Helfer: Erstelle Angebote schnell mit Sprachnotizen und Bildern. Tools wie Donizo wandeln deine Notizen per „Voice to Proposal“ in ein sauberes, markenfähiges PDF. Mit E‑Signatur sparst du dir Papierkram, und akzeptierte Angebote lassen sich in 1 Klick in Rechnungen überführen.
Wenn du mehr Struktur in deine „Projekt-Timelines“ oder „Rechnungsvorlagen, die Zeit sparen“ bringen willst, wir haben dazu eigene Leitfäden – diese Themen ergänzen dein Plumbing perfekt.
Häufige Fragen
Wie viel Gefälle brauche ich bei Abwasserleitungen?
In der Praxis sind 1–2% üblich. Das entspricht 10–20 mm pro Meter Leitung. So bleibt der Transport stabil, und Feststoffe bleiben in Bewegung. Prüfe immer die lokalen Vorgaben auf deiner Baustelle.
Welche Rohrdimensionen sind beim Plumbing gängig?
Bei Trinkwasser werden häufig DN15/DN20 für Entnahmestellen verwendet, je nach Lastfall. Bei Abwasser sind DN50 (Waschtisch/Dusche) und DN100 (WC/Hauptstrang) verbreitet. Die konkrete Dimension hängt vom Objekt und den Normen ab.
Wie lange dauert eine DichtheitsprĂĽfung?
Viele Betriebe halten 30–60 Minuten. Der Druck liegt oft bis 10 bar oder bei 1,5× Betriebsdruck. Wichtig ist eine saubere Dokumentation mit Uhrzeit, Druck, Temperatur und Fotos des Manometers.
Muss ich Warmwasser immer auf 55 °C einstellen?
In vielen Projekten wird am Speicher etwa 55 °C vorgesehen, um hygienische Risiken zu reduzieren. Das ist ein gängiger Richtwert. Halte dich an Planerangaben und lokale Regeln und vermeide stagnierende Leitungen.
Was tun, wenn eine Pressstelle im Nachgang undicht ist?
Wasser abstellen, Druck ablassen, Stelle freilegen, Rohr prüfen (Kratzer, Grat), korrekt neu pressen oder Fitting tauschen. Danach erneut spülen und prüfen. Dokumentiere die Reparatur mit 2–3 Fotos.
Fazit
Plumbing läuft verlässlich, wenn du planst, sauber montierst, konsequent prüfst und klar dokumentierst. Setze auf feste Abläufe, halte Gefälle und Dimensionen ein und sichere dich mit Fotos und Protokollen ab. Starte jetzt mit drei Schritten:
- Erstelle eine 8‑Punkte‑Checkliste für jede Baustelle.
- Dokumentiere jede PrĂĽfung mit Foto, Druck, Dauer.
- Trenne Positionen im Angebot klar nach Arbeit, Material, PrĂĽfung.
Für Angebote, E‑Signaturen und Rechnungen helfen dir Plattformen wie Donizo. So sparst du Zeit und hältst deinen Fokus auf die Technik. Bleib dran und mach jede Baustelle ein Stück smarter.