Intro
Viele Chefs fragen sich: Eigene Handwerker angestellt oder weiter mit Subunternehmern arbeiten? Die Antwort hängt von Auslastung, Marge und Risiko ab. In diesem Leitfaden zeige ich dir klar, wann „eigene Handwerker angestellt“ Sinn macht. Du bekommst Zahlenbeispiele, eine Schritt-für-Schritt-Checkliste und Tipps für saubere Abläufe. So triffst du eine sichere Entscheidung. Und du vermeidest teure Fehler, die oft erst nach 3 bis 6 Monaten sichtbar werden.
Schnelle Antwort
Eigene Handwerker angestellt lohnen sich, wenn du 8 bis 12 Wochen gesicherte Auslastung, saubere Kalkulation und stabile Prozesse hast. Du gewinnst mehr Kontrolle und Qualität. Du trägst aber Fixkosten und Personalrisiko. Ohne Plan für Angebot, Abschluss und Rechnung frisst die Lohnliste schnell deine Marge auf.
Inhaltsverzeichnis
Wichtigste Punkte
- Fixkosten checken: Lohn, Nebenkosten, Fahrzeuge, Werkzeug. Rechne realistisch.
- Mindestauslastung sichern: 8–12 Wochen Auftragsbestand pro Team.
- Qualität nutzen: Eigene Leute liefern gleichbleibende Leistung und Tempo.
- Saubere Abläufe: Angebote, E‑Signatur, Rechnungen. Weniger Leerlauf.
- Schrittweise starten: Erst 1–2 Mitarbeiter, klare Ziele, dann skalieren.
Kosten verstehen: Was kostet ein eigenes Team?
Eigene Handwerker angestellt heißt: Du hast Fixkosten. Rechne nicht nur den Lohn.
- Lohnkosten: Beispiel Geselle 22 €/h.
- Nebenkosten Arbeitgeber: In der Praxis oft 20–30 %. Beispiel: +25 % = 5,50 €/h.
- Overhead: Fahrzeug, Versicherung, Werkzeug, Verwaltung. Beispiel: 10–12 €/h.
- Produktive Stunden: Real sind selten 1.600/Jahr, oft 1.300–1.450.
So kalkulierst du pro Stunde:
- Bruttolohn 22 €.
- Nebenkosten +5,50 €.
- Overhead +10 €.
- Kostenstunde ≈ 37,50 €.
- Ziel-Marge 25–35 %. Beispiel 30 %: Verkaufspreis ≈ 54 €/h.
Weitere Startkosten pro Mitarbeiter:
- Erstausstattung Werkzeug/PSA: 400–600 €.
- Transporter/Leasing: 500–900 €/Monat.
- Einarbeitung: 2–4 Wochen bis volle Produktivität.
Merke: Wenn du eigene Handwerker angestellt hast, zählt Auslastung mehr als Tagespreis. Leerlauf killt die Marge in 2–3 Wochen.
Risiken und Recht: Wenn eigene Handwerker angestellt sind
Mit eigene Handwerker angestellt trägst du mehr Verantwortung.
- Arbeitsvertrag: Klar, schriftlich, Probezeit bis zu 6 Monate.
- Kündigungsfristen: Am Anfang meist 2–4 Wochen, später länger (§ 622 BGB). Plane Puffer ein.
- Urlaub: Üblich 24–30 Tage. Das senkt produktive Stunden.
- Krankheit: 6 Wochen Lohnfortzahlung pro Fall sind möglich. Reserve einplanen.
- Arbeitssicherheit: Unterweisung, PSA, Gefährdungsbeurteilung. Bußgelder sind teuer.
Praxis-Tipp: Führe einfache Kennzahlen ein. Beispiel pro Team:
- Geplante Stunden/Woche: 40.
- Produktive Stunden/Woche: Ziel 30–34.
- Nacharbeit < 5 %.
- Reklamationen/Monat: 0–1.
Diese Zahlen zeigen dir nach 2–4 Wochen, ob „eigene Handwerker angestellt“ wirtschaftlich läuft.
Produktivität und Qualität: Wann es sich lohnt
Eigene Handwerker angestellt bringen oft mehr Tempo und gleichbleibende Qualität. Warum?
- Du steuerst Reihenfolge, Material und Standards.
- Weniger Koordination als mit 3–4 Subfirmen.
- Wissen bleibt im Betrieb. Das spart 5–10 % Nacharbeit.
Wann lohnt es sich besonders?
- Wiederkehrende Arbeiten: z. B. Bäder, Malerpakete, Wartung.
- Standardisierte Abläufe: 2er- oder 3er-Teams, klare Taktzeiten.
- Regionale Projekte: Kurze Anfahrt < 30 Minuten.
Wann besser Subunternehmer?
- Sehr schwankende Auslastung.
- Spezialgewerke 1–2 Mal pro Jahr.
- Projekte mit unsicheren Startterminen.
Viele Betriebe fahren „Hybrid“: 2 eigene Teams für Kernarbeiten, Sub für Spitzen und Spezial. Das senkt Risiko und hält Qualität hoch.
Eigene Handwerker angestellt brauchen saubere Abläufe. Sonst wartest du 2–3 Tage auf Freigaben und das Team steht.
Baue drei schnelle Schritte ein:
- Angebot raus in 24–48 Stunden.
- Digitale Unterschrift innerhalb 1–2 Tagen.
- Rechnung 0–3 Tage nach Abnahme.
So geht es einfacher mit Tools wie Donizo:
- Projektdaten per Sprache, Text und Fotos erfassen und sofort ein professionelles Angebot erzeugen.
- Angebot als PDF senden, Kunde unterschreibt digital (rechtsgültig).
- Akzeptierte Angebote mit einem Klick zur Rechnung machen.
Das reduziert Hin-und-her um 30–50 % und hält deine Leute auf Arbeit, nicht im Leerlauf.
Interne Verlinkungsideen für dich:
- Wenn du auch bessere „professionelle Angebote“ erstellen willst, lies unseren Leitfaden dazu.
- „Änderungsaufträge“ sauber managen schützt die Marge, besonders mit eigenem Team.
- Nutze „Rechnungs-Templates“, um 1–2 Stunden pro Woche zu sparen.
Entscheidungs-Checkliste in 7 Schritten
- Auftragsbestand prüfen: Hast du 8–12 Wochen gesicherte Arbeit pro Team?
- Kalkulation testen: Kennst du deine Kostenstunde und Ziel-Marge?
- Start-Rolle definieren: Erst 1–2 Gesellen oder 1 Meister + 1 Helfer.
- Ausstattung planen: Werkzeug, Fahrzeug, PSA. Budget 1.500–3.000 € Start.
- Prozess festlegen: Angebot in 48 h, E‑Signatur, Rechnung zeitnah.
- Qualitätsstandard: Fotos je Arbeitsschritt, Abnahme-Checkliste, 1 Verantwortlicher.
- Pilotphase: 8 Wochen testen, wöchentlich Zahlen prüfen, dann skalieren.
Wenn 5 von 7 Punkten grün sind, ist „eigene Handwerker angestellt“ meist machbar.
Beispielrechnung: Vom Lohn zum Verkaufspreis
Rechne klar, bevor du eigene Handwerker angestellt einstellst.
Annahmen für 1 Gesellen-Team (2 Personen):
- Lohn Geselle A: 22 €/h, Geselle B: 20 €/h.
- Nebenkosten Ø 25 %.
- Overhead 10 €/h je Person.
- Produktive Stunden: 1.400 pro Person/Jahr.
Pro Person:
- Kostenstunde A: 22 + 5,50 + 10 = 37,50 €.
- Kostenstunde B: 20 + 5,00 + 10 = 35,00 €.
- Team-Kostenstunde: 72,50 €.
Mit 30 % Ziel-Marge:
- Team-Verkaufspreis ≈ 94 €/h.
Mini-Szenarien:
- Leerlauf 10 %: Effektiver Preis muss auf ≈ 104 €/h steigen, sonst fällt Marge auf ~20 %.
- Bessere Produktivität +5 %: Preis kann bei ~94 €/h bleiben und du hältst die 30 %.
Praxis-Faustregeln:
- Pipeline: 6–8 Wochen fest eingeplant, plus 2–4 Wochen in Aussicht.
- Materiallogistik: 1–2 Lieferungen pro Woche, Wartezeiten < 30 Minuten pro Tag.
- Teamgröße: Starte mit 2–3 Personen, dann auf 4–6 wachsen.
Häufige Fragen
Wie berechne ich meinen Stundensatz mit eigenem Team?
Addiere Bruttolohn, Arbeitgebernebenkosten und Overhead pro Stunde. Teile Jahreskosten durch produktive Stunden (oft 1.300–1.450). Schlage dann deine Ziel-Marge (z. B. 25–35 %) auf. Prüfe die Zahl monatlich gegen reale Auslastung.
Wieviel Auftragsbestand brauche ich vor der Einstellung?
Sichere dir ideal 8–12 Wochen feste Arbeit pro Team. Dazu 2–4 Wochen mit hoher Wahrscheinlichkeit. Prüfe, ob Starttermine realistisch sind. Wenn Termine wackeln, starte später oder mit kleinerer Mannschaft.
Kann ich eigene Handwerker angestellt mit Subunternehmern mischen?
Ja. Das ist oft die beste Lösung. Eigene Teams für Standardarbeiten, Subunternehmer für Spitzen oder Spezialgewerke. So hältst du Qualität hoch und senkst Risiko. Plane die Übergaben klar, damit niemand wartet.
Was mache ich bei Auftragsloch?
Ziehe Wartung, Kleinaufträge oder Garantien vor. Biete Festpreis-Pakete an (z. B. Bad-Sanierung light in 5 Tagen). Senke Leerlauf durch schnelle Angebote und digitale Unterschriften. Notfalls Stundenkonten oder Urlaub nutzen, rechtlich sauber geregelt.
Brauche ich sofort einen Vorarbeiter?
Nicht zwingend. Starte mit einem erfahrenen Gesellen, der Verantwortung übernimmt. Ab 4–6 Personen lohnt ein Vorarbeiter. Er spart täglich 30–60 Minuten pro Kopf durch Planung, Material und Abnahmen.
Schlussfolgerung
Eigene Handwerker angestellt lohnen sich, wenn Auslastung, Kalkulation und Abläufe stimmen. Fang klein an, messe wöchentlich, skaliere erst nach einem stabilen 8‑Wochen‑Pilot. Für schnelle Angebote, digitale Unterschriften und zügige Rechnungen helfen Lösungen wie Donizo. Nächste Schritte: 1) Kostenstunde rechnen. 2) 8–12 Wochen Pipeline sichern. 3) Pilotteam ausrüsten und starten. Mit Klarheit und Tempo schützt du deine Marge und gewinnst Kontrolle.